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Herrn Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorf
Staatskanzlei
Schwerin

12.12.2005

Theaterförderung


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident.
Wir machen uns Sorgen um unser Theater:
Wir können und - ehrlich gesagt- wollen uns nicht vorstellen, dass Sie die Referentenvorlage ihrer drei beteiligten Ministerien zur Förderung der Theaterlandschaft gut heißen, ja auf den Weg bringen wollen.
Das Schweriner Theater als Hoftheater der Landesregierung und die Kulturschaffenden im fernen Vorpommern abgespeist mit den Brotkrumen... Ist das die Kulturpolitik, die in die Lage versetzten soll in der Region Pommerania Zeichen zu setzen? Wird so die Bemühung um Zusammenführung, Konzentration und Ausschöpfung der Ressourcen von der Landesregierung bestraft, wenn es z.B. um die Vereinigung mit dem Theater Putbus geht?

Wir erleben hochmotivierte Theatermitarbeiter, immer wieder positiv überraschte Besucher und einen regen Kreis von Förderern, die kopfschüttelnd die Finanzplanung des Landes zu deuten versuchen. Die neu angewandten Kriterien sind so eindeutig auf eine Bevorzugung der Spielstätten in der Landeshauptstadt ausgerichtet, dass sich außerhalb Schwerins der Eindruck verdichtet, der ministerielle Kulturblick habe sich auf die Förderung eben dieser Spielstätten focussiert.
Dabei ist die hervorragende Ausgangslage des Standortes durch einen hohen Anteil an öffentlich angestellten, kulturell interessierten und finanziell unabhängigeren Theaterbesuchern um ein vielfaches besser, als die im ohnehin gebeutelten Vorpommern.

Als Vorstand des Fördervereins Hebebühne protestieren wir gegen diese einseitige Privilegierung entschieden und bitten sie von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen. Sie sind Ministerpräsident auch für Vorpommern. Wir erwarten Ihre deutlichen Zeichen.

Bei Ihrem Besuch zum Spatenstich des Ozeaneums hatten der Intendant und ich den Eindruck die Situation vor Ort Ihnen deutlich gemacht zu haben. Wir haben die Schweriner Sicht der Landesförderungen für Vorpommern verstanden und können sie teilweise teilen. Es nützt uns allerdings wenig, wenn im Schatten von Autobahnbau, Rügenbrücke oder Ozeaneum die Kulturarbeit in der Region in Frage gestellt wird und dies nicht etwa weil gespart werden soll und muss, sondem weil es zu einer Ost-West Umverteilung kommen soll. Dies ist ungerecht und nicht nachvollziehbar.

Wir würden gern Gelegenheit nehmen, Ihnen vöf der endgültigen Festlegung der neuen Richtlinien die Position Vorpommerns nochmals deutlich zu machen. Dies könnte bei Ihnen in Schwerin geschehen oder bei einem denkbaren Besuch hier in der Region.

Mit freundlichem Gruß
Hans Kowalewsky, Vorsitzender